Verwirrspiel um die Zukunft der Altenpflegeausbildung
15. Juli 2010Im Tauziehen um die Finanzierung der Altenpflegeschulen müssen CSU und FDP jetzt Farbe bekennen
München (14.7.2010/sip). Die Landtagsgrünen haben die schwarz-gelbe Regierungskoalition aufgefordert, ihr Verwirrspiel um die Finanzierung der Altenpflegeausbildung zu beenden und umgehend die notwendigen Mittel abzusichern. „Die künftigen Altenpflegerinnen und Altenpfleger brauchen eine klare Zusage, dass sie nicht zum kommenden Schuljahr mit Schulgeld zur Kasse gebeten werden“, sagte die sozialpolitische Sprecherin Renate Ackermann. Dies hätte gedroht, wenn Kultusminister Spaenle sich mit seinen Sparplänen durchgesetzt hätte, den bisher geleisteten Schulgeldausgleich von 200 Euro auf 100 Euro zu halbieren. Sozialministerin Haderthauer hatte die Pläne zwar gestoppt, doch seither ist in den diversen Fachausschüssen des Landtags ein wildes Tauziehen über die Umsetzung von Haderthauers Finanzierungszusage im Gange.
„Angeblich sind sich ja alle einig, dass wir gerade aufgrund der Bevölkerungsentwicklung verstärkt junge Menschen brauchen, die den Beruf der Altenpflegerin oder des Altenpflegers ergreifen“, betont Renate Ackermann. „Doch dieser unsägliche Eiertanz um die künftige Finanzierung der Altenpflegeschulen wirkt hochgradig abschreckend und setzt letztlich die Zukunft der Altenpflege aufs Spiel.“ Besonders pikant: Erst im März dieses Jahres hat Sozialministerin Haderthauer mit den Wohlfahrtsverbänden und Ausbildungsträgern ein „Bündnis für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in der Altenpflege“ geschlossen, um mit einer Imagekampagne und neuen Förderprogrammen mehr junge Menschen für die Altenpflege anzuwerben. „Wer jetzt die Fördergelder für die Schulen kürzt, führt die ganze Arbeit dieses Bündnisses ad absurdum.“
Die Grünen haben deshalb das Thema am letzten Plenartag vor der Sommerpause noch einmal auf die Tagesordnung des Landtags gesetzt. Renate Ackermann: „CSU und FDP müssen jetzt endlich Farbe bekennen.“