Jubiläumsaktion der GRÜNEN Stadtratsfraktion Baumpflanzung am Samstag, 28.11.2009, 11:00 Uhr
25. November 2009
Zeitungszeugen:
Grüne fordern offensive Auseinandersetzung mit historischen nationalsozialistischen Hetzschriften
München (21.04.09/bea). Die Grünen im Bayerischen Landtag bewerten das heutige Urteil des Landgerichts als weiteren Beweis für die überzogene Reaktion der Staatsregierung im Umgang mit NS-Nachdrucken der Wochenzeitung „Zeitungszeugen“. „Das Landgericht hat bestätigt, dass der Herausgeber von Zeitungszeugen mit den Nachdrucken das Ziel der staatsbürgerlichen Aufklärung verfolgt hat. Deshalb hat das Gericht die Beschlagnahme aufgehoben“, erklärt der kulturpolitische Sprecher Sepp Dürr. Aufklärungsarbeit sei eigentlich Sache der Staatsregierung. „Doch die hat unter Berufung auf das Urheberrecht bisher nichts getan, um NS-Propagandaschriften zugänglich zu machen, so dass sich jeder selber ein Bild machen kann.“ Die Beschlagnahmung einer Ausgabe der Zeitungszeugen durch den Freistaat und das damit verbundene Polizeiaufgebot im ganzen Bundesgebiet seien auf jeden Fall unverhältnismäßig gewesen.
Die Grünen hatten kürzlich in einem Antrag die Staatsregierung aufgefordert, ein Konzept zum Umgang mit dem Nachdruck von nationalsozialistischen Propaganda-Schriften vorzulegen. Der Hochschulausschuss hatte bei Ablehnung auf Seiten der CSU für diesen Antrag votiert.
„Wir dürfen die Entscheidung über den Umgang mit Nazipropaganda nicht den Gerichten überlassen“, erklärt Sepp Dürr. „Verbote helfen nicht“. Stattdessen müsse die Staatsregierung offensiv aufklären und die politische, wissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit den Inhalten, der Wirkungsweise und der Machart der nationalsozialistischen Hetzschriften fördern.