Leserbrief von Thomas Mütze zur Artikel „Sackgassen für die langen Laster“ und Drei Fragen an Herrn Bohnhoff

25. November 2011

Interessant zu erfahren, dass der Geschäftsführer der DPD den Einsatz der „Lang-LKW“ bisher positiv bewertet. Dabei vergleicht er allerdings Äpfel mit Birnen.

In den Niederlanden werden nämlich sogenannte Giga-Liner eingesetzt, die mit bis zu 60 Tonnen beladen werden dürfen. Da man in Deutschland zu große Schäden an der Straßen- und Brückeninfrastruktur befürchtet, dürfen diese bei uns nur bis zu 44 Tonnen befördern. Ideal für eine Paketdienstfirma, die viel Volumen transportieren muss.

Bei den Ergebnissen widersprechen die Einschätzungen des Herrn Bohnhoff allerdings allen vorliegenden Studien. So hat das Frauenhofer Institut klar festgestellt, dass die Einführung von Giga-Linern zu einer Verlagerung des Gütertransportes von der Schiene auf die Straße, vor allem im kombinierten Verkehr führt. Eine CO2- Entlastung wird vom Umweltbundesamt bestritten. Wie gesagt, nur mehr Volumen wird transportiert, mehr Gewicht bleibt – vorerst – verboten. Die größeren LKW sind schwerer als ihre kürzeren Kollegen, eine CO2- und Spriteinsparung wird daher schwerlich zu erreichen sein.

 Alleine der praktische Einsatz am Beispiel Untermain zeigt aber auch, dass der Versuch, der, dank Lobby-Arbeit der Straßentransporteure, umgesetzt werden soll, nicht durchdacht ist.

Was ist denn, wenn diese Lang-LKW an der Ausfahrt Strietwald die Bundesstraße verlassen müssen?

Was ist denn, wenn am Ende der B469 der Lang-LKW nicht durch den Kreisel kommt?

Laut Zitat ME „Dann müssen die Lastkraftfahrer ihren Truck abstellen und die Polizei holen“! Auf diese Fälle freuen sich heute schon die unterbeschäftigten Polizisten am Untermain und alle anderen VerkehrsteilnehmerInnen, die hinter den Lastern warten dürfen.

Fazit: Ich verstehe jedes Bundesland, welches sich nicht an diesem „Versuch“ beteiligt. Die Regierungen sollten lieber in den Ausbau der Schienengüterinfrastruktur investieren, als uns diese Scheinlösung des Gütertransportproblems anzubieten.

Grüne unterstützen Bildungsstreik

16. November 2011

 

Der grüne unterfränkische Abgeordnete Thomas Mütze unterstützt den Bildungsstreik am 17. November in Würzburg (16:30h, Neue Uni). „Ich habe großen Respekt vor dem Einsatz der Schülerinnen und Schüler sowie der Studierenden für ein besseres Bildungssystem.“ Es sei höchster Zeit, dass die Staatsregierung die berechtigen Forderungen nach einer inklusiven Schule für alle, der Abschaffung von Studiengebühren, der demokratischen Mitbestimmung an Schulen und Hochschulen und der flächendeckende Versorgung mit Ganztagsschulen endlich umsetze. „Der Zugang zur Bildung muss auch in Zukunft generell unabhängig vom Geldbeutel der Eltern sein. Studiengebühren sind ungerecht, unsozial und verschärfen die in Bayern herrschende Bildungsungerechtigkeit.“ Mit dem sturen Festhalten an den Studiengebühren stünde Bayern bald fast ganz alleine da. Auch die Mitwirkungsmöglichkeiten der Studierenden und SchülerInnen müssten endlich real gestärkt werden. „Jedes Jahr beim allgemeinen Bildungsstreik hören die Demonstrierenden schöne Worte – doch diesen müssen endlich auch Taten folgen.“